Vom Schüler zum Lehrer – Auf der Suche nach den Wurzeln des Karate
🇯🇵🇨🇭 Yuki Ujihara
Es ist der 8. Juli 2026. Zwischen Nervosität und Vorfreude stehen zwei junge Karateka am internationalen Gate des Flughafens Zürich. Vor ihnen liegen Tausende Kilometer, eine fremde Welt – und Wochen, von denen keiner von uns weiss, wie sehr sie uns verändern werden. Das Ziel war jedoch für uns beide klar: eines Tages stehen wir an der Weltspitze. Für Ramon und seine Mutter ist es die erste Reise nach Japan. Für mich ist es eine Rückkehr und doch fühlt sich diese Reise anders an als jede zuvor.
Seit zehn Jahren kehre ich immer wieder nach Okinawa zurück. Einst kam ich selbst als junger Schüler hierher, auf der Suche nach Antworten, nach Wissen und nach einem Karate, das ich in dieser Form in Europa nicht finden konnte. Dieses Mal komme ich jedoch nicht allein. Zum ersten Mal bringe ich meinen eigenen Schüler zu meinem Meister. Allein dieser Gedanke erfüllt mich mit Stolz. Aber auch mit einer Verantwortung, die schwerer wiegt, als ich erwartet hatte. Denn Ramon hat sich diesen Weg nicht ausgesucht, weil er einfach war. Er hat sich Jahr für Jahr weiterentwickelt, seine Leistung konstant unter Beweis gestellt. Und trotzdem blieb ihm eine Selektion in das EM- und WM-Team bislang verwehrt. Ich habe gesehen, wie andere Chancen bekamen. Und ich habe gesehen, wie er trotzdem am nächsten Tag wieder im Dojo stand.
Keine Ausreden, keine Beschwerden. Schule. Training. Wiederholung. Tag für Tag. Manchmal ganz allein. Für einen Trainer ist es nicht leicht, dabei zuzusehen. Es gab Momente, in denen ich selbst mehr Frustration verspürte als er. Momente, in denen ich mich fragte, wie lange ein Sechzehnjähriger weiterarbeiten kann, ohne die Anerkennung zu erhalten, die er sich erhofft. Doch Ramon machte weiter. Still und hartnäckig.
Und genau deshalb hatte ich mehr als ein Jahr über diesen Moment nachgedacht. Denn jemanden zu meinem eigenen Meister zu bringen, bedeutet für mich mehr, als einem jungen Athleten eine Trainingsreise zu ermöglichen. Es bedeutet, für ihn einzustehen. Und irgendwann wusste ich: Er ist bereit. Unsere Reise konnte beginnen.
Fukuoka – Auf der Suche nach dem Training, das Weltmeister formt
Noch bevor wir den Boden Okinawas betreten sollten, führte uns unsere Reise zunächst an einen anderen Ort: Fukuoka. Eine Stadt, die für ihre Geschichte, ihre Energie und nicht zuletzt für ihr Essen bekannt ist. Für uns aber hatte sie in diesen Tagen nur einen Mittelpunkt:** Shunichi Oba Sensei.** Seit einiger Zeit trainieren wir regelmässig online unter seiner Anleitung. Doch einen Bildschirm zwischen sich und einem Trainer zu haben, ist etwas anderes, als ihm im selben Raum gegenüberzustehen. Oba Sensei arbeitet mit Athleten, die dort stehen, wo wir eines Tages hinwollen: an der Weltspitze. Zu ihnen gehört Kakeru Nishiyama – amtierender Weltmeister und seit mehr als drei Jahren bei internationalen Wettkämpfen ungeschlagen. Wir wussten also, was uns erwartete. Foto: mit Oba-Sensei.

Oder zumindest glaubten wir das. Schon bei unserem ersten Training überraschte uns Oba Sensei. Nicht mit einer Übung, nicht mit einem Test. Sondern mit einem Geschenk. Er überreichte uns zwei Exemplare seines offiziellen Shirts – eines Shirts, das weltweit nur sechs Menschen besitzen. Für einen kurzen Moment waren wir keine Athleten, die sich Gedanken über Leistung, Technik oder die kommenden Trainingstage machten. Wir waren einfach zwei Karateka, die sich wie kleine Kinder freuten. Die Anspannung war verschwunden. Dann begann die Arbeit. Fünf Tage lang, je zwei Einheiten aus Kata- und Athletik -Training. Was mich an Oba Senseis Arbeit immer wieder fasziniert, ist die Art, wie er Karate betrachtet. Eine Bewegung ist für ihn nicht einfach „richtig“ oder „falsch“. Er zerlegt sie. Er fragt, warum sie funktioniert. Welche Muskeln arbeiten. Wo Kraft entsteht. Wo sie verloren geht. Nichts geschieht zufällig. Jedes Detail hat einen Grund. Gerade seine auf Kata-Athleten zugeschnittenen Trainingsmethoden öffneten uns immer wieder neue Türen. Dinge, die wir jahrelang gespürt hatten, bekamen plötzlich eine Erklärung. Andere Dinge, von denen wir überzeugt gewesen waren, sie verstanden zu haben, mussten wir überdenken. Foto: Ramon Limacher in Action (Fukuoka).
Yuki Ujihara, Ramon Limacher, Oba Sensei
Doch Fukuoka bestand nicht nur aus Schweiss und Training. Oba Sensei zeigte uns die Stadt, nahm uns mit zum Essen und ins Onsen. Aus einem Trainingsaufenthalt wurden fünf Tage, in denen wir nicht nur als Athleten, sondern auch als Menschen willkommen geheissen wurden. Und irgendwo zwischen Training, Gesprächen und gemeinsamen Mahlzeiten entstand noch etwas anderes: Die Idee für das Rea Grow Seminar, das im November in Zürich stattfinden wird, wurde Wirklichkeit. Als wir Fukuoka verliessen, hatten wir bereits das Gefühl, unglaublich viel erlebt zu haben. Dabei hatte der eigentliche Teil unserer Reise noch gar nicht begonnen. Denn nun ging es dorthin, wo für mich alles zusammenläuft. Nach Okinawa. Foto: Ramon Limacher feiert seinen 16. Geburtstag in Fukuoka.
Okinawa – Zurück zum Ursprung
Schon beim Verlassen des Flughafens ist Okinawa anders. Die Luft ist schwerer, wärmer und feuchter. Das Meer schimmert in einem Grünblau, und hinter den Städten beginnt eine Landschaft, die mit dem Japan, das viele aus Tokio oder Fukuoka kennen, nur wenig gemeinsam hat. Doch Okinawa ist für mich weit mehr als eine tropische Insel. Es ist der Ort, an dem Karate geboren wurde.
Über Jahrhunderte trafen hier die Einflüsse des Ryūkyū-Königreichs, Chinas, Japans und Südostasiens aufeinander. Und irgendwo zwischen diesen Kulturen entwickelte sich jene Kampfkunst, die später ihren Weg in die ganze Welt finden sollte.
Am Flughafen holte uns Tsukasa Shinjō ab – der jüngste Sohn meines Meisters und heute einer meiner engsten Freunde. Wir fahren nicht nach Naha, wohin es die meisten Touristen hinzieht. Unsere Fahrt führt uns fast eine Stunde weiter in den zentralen Teil der Insel, nach Okinawa City. Je weiter wir fahren, desto mehr verändert sich das Bild. Burgruinen aus der Zeit des Ryūkyū-Königreichs, amerikanische Militärbasen und immer wieder kleine Dojos. Karate Kobudō, Ryūkyū-Tanz: fast so, als wäre das, was für den Rest der Welt eine Kampfkunst ist, hier einfach Teil des Alltags. Nur fünf Minuten zu Fuss von unserer Unterkunft entfernt liegt der Ort, der mein eigenes Karate seit zehn Jahren prägt. Kenryu Doshikai.
Hier unterrichten Meister Takahiro Shinjō Sensei (70) und sein ältester Sohn Takeru Shinjō Sensei (39), ehemaliger Nationaltrainer Südkoreas. Shinjō Sensei gründete dieses Dojo mit gerade einmal 23 Jahren. Seit seinem 14. Lebensjahr widmet er sein Leben dem Karate Okinawas. Tomari-te Shōrin-ryū, Shuri-te Shōrin-ryū, Gōjū-ryū. Dazu Erfahrungen im Vollkontakt-Karate und Shōtōkan. Zehn Jahre lang komme ich nun hierher. Und noch immer habe ich manchmal das Gefühl, erst an der Oberfläche seines Wissens zu kratzen.
„Das Geheimnis liegt in den Grundlagen“
Manche der Kinder sind kaum gross genug, dass ihr Gürtel dort sitzt, wo er sitzen soll. Doch wenn sie ihre Kata beginnen, verändert sich ihr Blick. Die Bewegungen werden scharf und die Gesichter ernst. Ramon beobachtet und erwartet wahrscheinlich das, was viele erwarten würden, wenn sie zum ersten Mal ein Dojo betreten, in dem Weltklasse-Athlet*innen trainieren: komplizierte Kata, spektakuläre Techniken und etwas Geheimnisvolles. Doch nichts davon passiert. Niemand trainiert eine besonders schwierige Kata. Stattdessen Grundschule und Basis-Katas, Bewegungen, die sie schon Tausende Male gemacht haben. Foto: Yuki Ujihara mit Ono Maho.
Was in Europa manchmal nur als notwendiger Schritt auf dem Weg zu schwierigeren Kata betrachtet wird, scheint hier niemals zu enden. Das Geheimnis liegt in den Grundlagen. Auch die Sensei reden erstaunlich wenig. Keine pausenlosen Korrekturen oder Erklärung nach jeder Bewegung. Die Kinder müssen beobachten, nachdenken und ausprobieren. Manchmal fällt ein kurzer Satz – ein Hinweis – mehr nicht. Dann arbeiten sie wieder selbstständig. Ich sehe Ramon an und weiss, dass er gerade etwas versteht, das sich nur schwer mit Worten erklären lässt. In der Schweiz hätten selbst die meisten Erwachsenen Mühe, dieses Training durchzuhalten. Hier machen es 6-jährige Kinder. Nicht weil jemand sie ständig antreibt, sondern weil sie selbst trainieren wollen.
Dann kommen Shinjō Sensei und Takeru Sensei mit dem vertrautem Lächeln auf uns zu. Für mich fühlt es sich an wie Heimkommen. Zehn Jahre sind vergangen, seit ich diesen Menschen zum ersten Mal begegnet bin. Damals war ich der Schüler, jetzt stehe ich wieder vor ihnen. Nur diesmal steht mein eigener Schüler neben mir. Und genau hier beginnen unsere vier Wochen.
Wenn nur noch du selbst übrig bleibst
Morgens Training, abends Training und dazwischen häufig Athletik. Im Dojo gibt es keine Klimaanlage. Draussen und drinnen bewegen sich die Temperaturen um die 36 Grad. Die Luftfeuchtigkeit steigt auf über 90 Prozent. Nach wenigen Minuten klebt der durchnässte Karategi am Körper. Nach einer halben Stunde tropft der Schweiss auf den Boden und nach zwei Stunden spiegelt sich das Licht darin. Und am nächsten Tag beginnt alles von vorne. Dieselben Grundlagen, dieselben Bewegungen, wieder und wieder. Ich komme seit zehn Jahren hierher und trotzdem gibt es Tage, an denen dieses Training mich brechen könnte. Nicht nur körperlich. Vielleicht ist der schwierigste Teil sogar ein anderer. Manchmal trainiert man zwei Tage lang, ohne auch nur eine einzige Korrektur von Sensei zu bekommen. Kein „Mach das so.“ oder „Das war falsch.“ Nichts. Nur du, dein Körper und deine Gedanken. Und dieselbe Bewegung, die du schon hundertmal gemacht hast. Irgendwann beginnt man, Fragen an sich selbst zu stellen. Warum fühlt sich diese Bewegung heute anders an? Warum funktioniert es bei ihm – und bei mir nicht? Und dann, vielleicht nach zwei Tagen, kommt der Sensei vorbei. Ein Satz, manchmal nur wenige Worte und dann geht er wieder. Du musst verstehen, was er gemeint hat, es auf deinen Körper übertragen und daraus etwas Eigenes machen.
Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Lektionen dieses Dojos:
Niemand kann dein Karate für dich bauen. Und egal, wie viele Jahre ich hierherkomme – ich lerne jedes Mal aufs Neue. Auch weil unsere Sensei selbst niemals stehen bleiben. Während wir uns verändern, verändern auch sie sich. Während wir lernen, lernen auch sie weiter.
Der Boden war nass, unsere Karategi schwer und unsere Körper müde. Aber niemand wollte aufhören. Denn hinter all der Erschöpfung gab es etwas, das stärker war: den Wunsch, besser zu werden. Mit jedem Tag wurde Ramon mehr Teil des Dojos. Die Kinder begannen mit ihm zu lachen. Die Eltern sprachen mit ihm. Irgendwann fiel kaum noch auf, dass da zwei Karateka aus der Schweiz mitten unter ihnen standen. Als wären wir schon immer da gewesen.
„Der ist anders“
Und trotzdem beobachtete ich Ramon. Er ist sechzehn und zum ersten Mal in Japan. Manchmal fragte ich mich, ob ich ihm zu viel zugemutet hatte. Was, wenn er krank wird oder sein Körper irgendwann nicht mehr kann? Was, wenn sein Kopf nicht mehr will? Doch der Tag, an dem Ramon nicht zum Training erschien, kam nie. Kein einziger. Gegen Ende unseres Aufenthalts trainierte er eines Tages allein im Dojo, während Shinjō Sensei etwas entfernt stand und ihn beobachtete. Er wandte sich dann zu mir: „Die Leute, die aus dem Ausland kommen, wollen normalerweise neue Katas lernen. Spektakuläre Techniken. Die meisten können mit unserem Training sowieso nicht lange mithalten. Irgendwann langweilen sie sich oder gehen lieber auf Sightseeing.“ Er schaute wieder zu Ramon. Kurze Pause. „Aber der da ist anders.“ „Jeden Tag kommt er hierher. Er versteht die Sprache kaum. Er beschwert sich kein einziges Mal. Er macht einfach seine Grundlagen. Immer weiter, fast wie ein Japaner.“
Und dann sagte er: „Der wird noch richtig stark.“ Ich kannte meinen Sensei lange genug, um zu wissen, was diese Worte bedeuteten. Er lobt nicht leichtfertig. Vielleicht war ich deshalb in diesem Moment stolzer als Ramon selbst es je erfahren wird. Mehr als ein Jahr lang hatte ich darüber nachgedacht, ob ich ihn hierherbringen sollte. In diesem Moment wusste ich: Es war die richtige Entscheidung.
„Keizoku wa chikara nari“
In unserer letzten Woche wurde es irgendwann Zeit, Abschied zu nehmen. Shinjō Sensei, der früher als Koch gearbeitet hatte, stellte sich selbst in die Küche. Okinawanische Gerichte und westliche Gerichte für seine Gäste aus der Schweiz. Ein Tisch voller Essen. Es war dieselbe Wärme, die wir während der gesamten Wochen erlebt hatten. Ramon und seine Mutter hatten schon die selbstgemachten Bentos kaum glauben können, die Sensei uns immer wieder mitgegeben hatte. An diesem Abend sassen wir zusammen. Irgendwann landeten Shinjō Sensei, Takeru Sensei und ich – wie so oft – beim Karate. Wir redeten lange: über Talent, über Erfolg, über Niederlagen. Über Menschen, die schnell gewinnen und über Menschen, die lange warten müssen. Dann fiel ein Satz:
Keizoku wa chikara nari. – Beständigkeit wird zur Stärke.
Vielleicht besitzt jemand weniger Talent. Vielleicht trainiert jemand jahrelang, ohne dafür belohnt zu werden. Vielleicht sieht niemand, wie viel Arbeit hinter all dem steckt. Aber wer weitermacht, sammelt etwas, das sich nicht über Nacht ersetzen lässt. Und wer glaubt, die Grundlagen nicht mehr zu brauchen, nur weil diese Person heute gewinnt, wird irgendwann von demjenigen eingeholt, der sie niemals verlassen hat.
Wir sprachen an diesem Abend auch über Einsamkeit. Über jene Momente, in denen niemand neben dir steht. Ich kenne diese Momente. Seit sieben Jahren lang trainiere ich in der Schweiz ohne einen Trainer an meiner Seite. Ich musste vieles selbst herausfinden. Heute stehe ich auf der höchsten internationalen Bühne. Natürlich hatten Ramon und ich unglaubliches Glück. Menschen haben uns Türen geöffnet, sie haben uns Orte gegeben, an denen wir trainieren konnten. Doch irgendwann muss jeder Karateka allein vor sich selbst stehen. Niemand kann für dich nachdenken und niemand kann für dich leiden. Vielleicht entsteht genau dort jene Stärke, die man später „unbezwingbaren Geist“ nennt.
Und vielleicht versteht man erst dann, wenn man einem grossartigen Lehrer begegnet, welches Geschenk es eigentlich ist, unterrichtet zu werden. Plötzlich beginnen sich Punkte miteinander zu verbinden. Dinge, die man vor Jahren gelernt hat. Fehler, Fragen und einzelne Sätze. Und irgendwann wird aus all diesen Punkten eine Linie. Eine Knospe, die man jahrelang gepflegt. Foto: Yuki Ujihara mit Tsukasa Shinjo.
hat, beginnt zu blühen. Doch all das funktioniert nur, wenn etwas anderes darunter liegt: Respekt und Dankbarkeit. In letzter Zeit, erzählte man mir, bestehen die Sensei bei den Kindern besonders auf zwei Dingen. Nicht auf einer Kata oder auf einer Medaille. Auf zwei Worten: Konnichiwa – Hallo. Und: Arigatō – Danke.
Vielleicht beginnt ein grosser Karateka nicht mit einer perfekten Technik. Vielleicht beginnt er damit, zu lernen, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen und für das dankbar zu sein, was ihm gegeben wird.
Was von diesem Sommer bleibt
Heute sind wir wieder in der Schweiz. Der Alltag ist zurück und das Training geht weiter. Manchmal beobachte ich Ramon. Wie er trainiert, wie er zuhört und wie er sich verhält. Und dann merke ich: Wir haben aus Japan mehr mitgebracht als neue Techniken. Vielleicht war das sogar die wichtigste Erkenntnis dieser Reise. Als Trainer gibt mir das eine gewisse Ruhe. Ich weiss nicht, wohin Ramons Weg führen wird. Ich weiss nicht, welche Siege kommen werden, welche Niederlagen und welche Hindernisse noch vor uns liegen. Aber ich weiss, dass wir eines Tages wieder gemeinsam in Okinawa stehen werden: wieder in diesem Dojo, in dieser Hitze und mit einem vollkommen durchnässten Karategi. Foto: Yuki Ujihara mit Shinjo Sensei am letzten Abend.
Und vielleicht werde ich eines Tages noch einen anderen jungen Karateka dorthin bringen. Zu Kenryu Doshikai – den Wurzeln meines Karate. Als ich vor zehn Jahren zum ersten Mal als junger Athlet dieses Dojo betrat, hätte ich mir niemals vorstellen können, eines Tages mit meinem eigenen Schüler zurückzukehren.
Vielleicht schliesst sich damit ein Kreis. Oder vielleicht beginnt gerade erst der nächste. Unser Dank geht an all den Menschen, die Ramons Trainingsreise nach Japan finanziell möglich gemacht haben, seiner Mutter, die uns vor Ort begleitet und unterstützt hat, Oba Sensei und allen Menschen in Fukuoka sowie den Sensei, Schülern und Eltern des Kenryu Doshikai auf Okinawa.
Was sie uns gegeben haben, lässt sich nicht einfach zurückzahlen. Aber wir können versuchen, es weiterzutragen. Und vielleicht können wir eines Tages mit unseren Ergebnissen zeigen, dass all diese Unterstützung nicht umsonst war. Bis dahin bleibt uns das, womit alles begonnen hat: weiterzumachen. Tag für Tag. Training für Training. Schritt für Schritt.
Dojo in Okinawa
Yuki Ujihara mit Ramon Limacher in Okinawa








