One nation. Four language regions. One Vision 2038
🇨🇭 Roland Zolliker
Die 25. Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 gehen als die erfolgreichsten Spiele in die Schweizer Sport-Geschichte ein. Die nächsten Winterspiele werden 2030 in den französischen Alpen, 2034 im US-Bundesstaat Utah, stattfinden.
Die Schweiz könnte bereits im April 2027 zum Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 ernannt werden. Dies, wenn das Dossier (Austragungs- und Finanzierungskonzept, Vermächtnis- und Nachhaltigkeitsziele) alle Anforderungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erfüllt sind. Dann finden erstmals, seit 1948, wieder Winterspiele in der Schweiz statt.
Quellen: Swiss Olympic, Bund, IOC.
Die Schweizer Bewerbung hat den Status eines „privilegierten Dialogs“ erhalten, in dessen Rahmen das IOC ausschließlich mit der Schweiz über die Spiele 2038 verhandelt. Sind diese bis Ende 2027 erfolgreich beendet, gehen die Spiele in die Schweiz. Wenn nicht, muss das IOC die Winterspiele 2038 für andere Interessenten öffnen.
Das Modell „Switzerland 2038“ sieht eine dezentrale Struktur vor, bei der die Wettkämpfe über das gesamte Land verteilt sind. Die Bewerbung gewann kürzlich erheblich an Dynamik, als die Schweizer Sportbekleidungsmarke On als erster kommerzieller Partner für „Switzerland 2038“ bekannt gegeben wurde und sich mit rund 10 Prozent an der für die Bewerbung erforderlichen privaten Defizitgarantie beteiligte.
Die Partnerschaft von On mit Switzerland 2038 baut auf der Partnerschaft des Unternehmens mit dem Schweizer Wintersport auf, insbesondere mit seinem langjährigen Partner Swiss-Ski.
„Diese Garantie bietet die entscheidende finanzielle Grundlage, die wir benötigen, um eine Bewerbung zu erstellen, die kostenbewusst und nachhaltig ist und das Beste der Schweizer Exzellenz widerspiegelt, ohne die Steuerzahler zu belasten“, sagte Frédéric Favre (mehrfacher SKF Schweizermeister Karate), CEO von Switzerland 2038.
Am 14. Januar 2026 sprach auch der Bundesrat seine Unterstützung aus was zeigt, dass auch die Schweizer Regierung den grossen Wert für unser Land erkennt. Olympische Spiele strahlen in die ganze Welt hinaus. Sie sind wichtig für die Weiterentwicklung des Sports, für technische Innovationen, für die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, für die langfristige touristischen Wertschöpfung wie auch das positive Ansehen der Schweiz.
Der staatliche Grundsatz- und Planungsbeschluss sieht einen Bundesbeitrag von maximal 200 Millionen Franken vor, ohne Haftung für Defizite. Der Verein rechnet mit Gesamtkosten von rund 2.2 Milliarden Franken. Die Einnahmen stammen aus Sponsoring, Merchandising, Ticketverkauf und einem IOC-Beitrag.
Wichtig ist, dass keine neuen Bauten erstellt, sondern die bestehende Infrastruktur genutzt und wo nötig erneuert wird. Auch das Unterkunftskonzept setzt ausschliesslich auf bestehende Infrastruktur.
Herausfordernd wird es, den «olympischen Geist, die olympische Stimmung» an allen dezentralen Austragungsorten sicherzustellen. Die Olympischen Spiele 2026 in Bormio (Ski Alpin, Stelvio-Piste) wurden von Athleten und Trainern als Austragungsorte ohne «olympisches Feeling» kritisiert. Atmosphäre von Weltcuprennen. Auch fehlte der Kontakt – der eigentliche Kern-Gedanke olympischer Spiele – zu anderen Sportdisziplinen. Dazu trug auch die Unterbringung in Hotels, statt einem olympischen Dorf, bei.
Marco Odermatt, der zum zweiten Mal bei Winterspielen dabei ist, sagte gegenüber 20 Minuten: «In Bormio ist überhaupt kein olympischer Spirit vorhanden». Sogar vor vier Jahren in Peking sei dieser grösser gewesen. Dabei wurden die Spiele in China geprägt von Corona, weshalb kaum Zuschauer zugelassen waren.
Für die Schweiz war Bormio sportlich äusserst erfolgreich mit den fünf olympischen alpinen Männer Goldmedaillen (Franjo von Allmen, Loic Meillard, Tanguy Nef).
Der erfolgreichste Schweizer Olympionike ist der Turner Georges Miez (1904-1999) mit insgesamt 8 Medaillen (4x Gold, 3x Silber, 1x Bronze) zwischen 1924 und 1936. Bei den Winterspielen liegen Simon Ammann und Dario Cologna (als SRF-Langlaufexperte im Val di Fiemme vor Ort) mit je 4x Gold auf Rang 1.


