Wenn die Zeit still steht – die Welt ohne Vorwarnung zusammenbricht
🇨🇭 Roland Zolliker
Der 1. Januar – der Ursprung geht auf Julius Caesar zurück – ist ein Symbol des Neubeginns mit vielen Glückwünschen für das neue Jahr.
Man feiert miteinander, ist fröhlich und voll von guten Vorsätzen. So auch für die viele jungen Leute, welche in Crans-Montana an Silvester zusammenkamen und ausgelassen in den Morgenstunden des neuen Jahres feierten.
Dann geschieht dieses unfassbare Feuer-Inferno, dass von einer Sekunde auf die andere viele hoffnungsvolle Leben auslöscht, einige für ihr Leben lang schwer zeichnet.
Eltern, Geschwister, Angehörige, Freunde in Verzweiflung zurücklässt. Augen die mit Tränen im Gesicht ins Leere blicken. Und zusammen zucken bei jedem Telefon, das kommt.
Helfende wie Feuerwehr, Polizei, Notfallsanitäter, Ärzte und Krankenpflegende, geprägt von Erschöpfung, Trauer und Fassungslosigkeit was sie sehen, was sie erleben. Alle Betroffenen in einem emotionalen Ausnahmezustand.
Als die erste Meldung kommt, hofft man noch. Bei jeder weiteren Meldung bleiben die Worte weg. Unfassbares Leid, dass die Eltern der Kinder durchmachen. Eine Zeitung schreibt es richtig.
«Die meisten Brandopfer sind junge Erwachsene und Jugendliche, Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben. Sie haben Jahrgänge wie 2003, 2007 oder 2009. Es sind Heranwachsende mit jugendlicher Naivität und Lebenslust, es sind die Kinder von uns allen, es ist die Zukunft. Was hatten sie sich vorgenommen für 2026? Das Studium oder die Berufsausbildung zu beenden? Eine grosse Reise? Die Liebe des Lebens zu finden? Aus dem Elternhaus auszuziehen?»
Die Schweiz steht still. Die so unverhofft am ersten Tag des neuen Jahres hereingebrochene Wucht der Katastrophe lähmt. Ein Ort, eine Nation am Nullpunkt. Die Seele vieler ist in Schockstarre.
Viele funktionieren einfach, die Trauer, dass Begreifen, wenn überhaupt, wird erst viel später kommen. Jedes Trauern ist individuell. Einige durchlaufen alle Phasen innerhalb weniger Monate, andere brauchen Jahre. Wenn Kinder vor Eltern sterben, bleibt der Schmerz ein Leben lang.
Bundesrat Beat Jans sagt es richtig: «Die Schweiz ist tieftraurig».
Wir schliessen uns den Worten von Swiss Olympic «ein Ort des Sports und der Lebensfreude wurde von einer unfassbaren Tragödie erfasst! Im Namen des Schweizer Sports drückt Swiss Olympic allen Betroffenen das tiefe Beileid aus!» an. Foto: Admin.ch
Es ist richtig, dass der Bundesrat eine fünftägige Trauerzeit ausgerufen hat. Die Fahnen im Bundeshaus auf Halbmast sind. Für eine der schwersten Katastrophen in der jüngeren Schweizer Geschichte. Für ein Land vor und nach Crans-Montana.
Am Freitag, 9. Januar 2026, wird an einem nationalen Trauertag, der Opfer gedacht werden. Im ganzen Land werden um 14 Uhr die Kirchenglocken läuten, gefolgt von einer Schweigeminute. Gleichzeitig erfolgt in Crans-Montana die offizielle Trauerfeier mit Bundespräsident Guy Parmelin.
Wer der Opfer gedenken und sein Mitgefühl zum Ausdruck bringen will, kann das in diesem Kondolenzbuch tun.






