Frühstart ins 2026 an der Rennstrecke
🇨🇭 Selvam Anushanth, National A Schiedsrichter SKF
Während normalerweise der Champions Cup in Hard den Start in das neue Jahr für mich markiert, war es dieses Jahr der Rhein-Shiai am Nürgburgring. Turniere in Deutschland sind im Kalender der SKF seltene Ware und auch dieses Turnier war nicht enthalten. Vielmehr wurden wir auf Wunsch von Roland Lowinger (ehemaliger WKF-Schiedsrichterchef) eingeladen. Aus der Schweiz waren Piero Lüthold, Fredy Stocker, Ridha Ghnichi und ich vor Ort, um die deutschen Kollegen zu unterstützen.
Bei der Anreise hatten wir Glück und während Teile Deutschlands im Winter-Chaos versanken, konnten wir problemlos bis zum Nürburgring fahren. Erst vor Ort begrüssten uns die Schneeflocken. Nach einem kurzen Besuch der Halle und dem anschliessenden Dinner ging es rasch zurück ins Hotel, denn der nächste Tag startete früh.
Für das Turnier zeichnete sich Christian Grüner (Sportdirektor beim ÖKB) verantwortlich. Fokus vom Turnier war einzig Kumite und um den Teilnehmern den grössten Mehrwert zu geben, wurde es im Round-Robin-Format durchgeführt. Insgesamt 1126 Athleten aus 26 Nationen haben gestartet. Trotz Auslassen im SKF-Kalender waren zwei Schweizer Dojos ebenfalls vor Ort: Quirici 2020 und Shinsei Kan Lenzburg.
Die Halle befand sich in der ring°arena am Nürburgring und gab ein schönes Stadium-Flair. Auf 14 Tatamis in der Halle und einem dezidierten Final-Tatami ausserhalb der Halle wurde das Turnier abgehalten. Pro Tatamis waren 7-8 Schiedsrichter im Einsatz. Ohne Frage war es ein anspruchsvoller Tag für die Referees. Der Tag startete um 7:15 Uhr mit dem Referee-Briefing und zog sich bis 21:00 Uhr. Foto: Anushanth Selvam Zweiter von rechts.
Obwohl die Organisatoren das Bestmögliche probiert hatten mit dem gleichzeitigen Abhalten von Kategorien, um die Wartezeit zwischen den Kämpfen zu minimieren führten technische Probleme und nicht immer bereitstehende Kämpferinnen und Kämpfer zu Verzögerungen. In meiner Erfahrung ist Round-Robin schwierig einzuschätzen im Zeitaufwand und resultiert oft in Verspätungen. Dieses Turnier bestätigte dies.
Besonders hervorzuheben war die hohe Internationalität des Rhein-Shiai 2026. Nicht viele internationale Turniere schaffen es, ein so diverses Teilnehmer-Feld aufzustellen. Sehr spannend war es, die Eigenheiten der Nationen live in Aktion zu sehen. Zum Beispiel der spektakuläre Kampfstil der Belgier mit vielen Jodan-Geris und Fegetechniken oder der clinch-fokussierte Stil der Dänen mit taktischem Nahkampf und dem Spiel mit der Distanz erweiterten mein Kumite-Verständnis einmal mehr. Wieviel Halten darf man durchlassen? Erfüllt der Jodan-Geri wirklich alle Kriterien?
Insgesamt war es ein lehrreiches und spassiges Turnier. Neben den guten Kämpfen war auch die Zusammenarbeit unter den Schiedsrichtern super. Meine Tatami-Kollegen (mehrheitlich aus Deutschland und ein belgischer Kollege) waren auf gutem Niveau und sehr angenehm im Umgang. Die Leitung meines Tatamis hatten die beiden A-Bundeskampfrichter Frawi Tönnis und Peter Bancov. Sie brachten wertvolle Inputs ein und wir konnten das Turnier ohne Verletzungen abschliessen.
Schweizer Resultate
1. Rang O Sullivan Conor, Quirici 2020, Elite Male, -67 kg
2. Rang Marano Nerea Mey, Shinsei Kan Lenzburg, U14 Female, -42 kg
2. Rang Sivarasalingam Latheeksha, Shinsei Kan Lenzburg, U10 Female, -27 kg
2. Rang Letic Vuk, Shinsei Kan Lenzburg, U8 Male, 125 cm
3. Rang Kunz Melvin, Quirici 2020, Elite Male, -75 kg
3. Rang Lüthi Moritz, Quirici 2020, U18 Male, -68 kg
7. Rang Kunz Melvin, Quirici 2020, U21 Male, -75 kg
7. Rang Komadina Andrej, Quirici 2020, U16 Male, +70 kg




